Im Vorraus dieses Eintrages ein großes Dankeschön an die Deutsche Bahn…

Jedes Jahr im Mai findet der Japan-Tag in Düsselsdorf statt und letztes Jahr hatte Danny mich und einige andere dann tatsächlich dazu überredet mit ihr gemeinsam hinzufahren, und sogar zu coslayn…

Alles verlief super, der Tag war zwar anstrengend, aber immerhin schön und wir hatten wirklich eine tolle Zeit. Als es dann auf Mitternacht zuging, da sollte nämlich unser Zug zurück fahren, liefen wir gemeinsam zum Bahnhof zurück und begaben uns auf Gleis 2… es sollte ein Fehler sein. Wir waren alle müde, ich besonders und es war eiskalt. Der Zug sollte zunächst gar nicht fahren. Allgemeine Panik brach aus. Dann sollte ein Ersatzzug fahren, via Gotham, wo wir hin mussten. Doch der hatte dann beinahe 45 Minuten Verspätung… Ich hatte schon ein mieses Gefühl, als wir schließlich einstiegen, und gab dieses auch kund. “Livia, du bist müde. Das wird schon alles!” Recall an mein vergangenes Ich: Tu es nichtg! Steige nicht in diesen Zug!… Doch zu spät. Wir saßen also im Zug und er fuhr zunächst auch in die richtige Richtung. Erst kurz vor der Endstation bemerkte ich, dass wir völlig falsch waren. Wir bekamen Panik, doch Danny beruhigte uns. “Keine Sorge, wir steigen aus und buchen den nächsten Zug zurück, sollten wir tatsächlich in Aachen ankommen.” Wir kamen in Aachen an…

Immer noch müde und frierend liefen wir in die Bahnhofshalle und an den Ticketschalter der DB. Doch es war bereits zwei Uhr früh und es sollte kein Zug mehr vor sechs fahren. Uns war kalt, einige von uns hatten durch das Cosplay bedingt nicht mal richtige Schuhe, oder eine lange Hose an, wir waren müde, mussten auf Toilette ( das Bahnhofs-WC war ebenfalls geschlossen), hatten Hunger und kein Geld…
Alles in allem eine ziemlich miese Situation.

Wir waren auch nicht die einzigen mit Zielort Gotham, die in Aachen gelandet waren. Es war nicht unsere Schuld, die Anzeige am Bahnhof hatte eindeutig unser Ziel angegeben gehabt. Aber es war nicht zu ändern, wir landeten dennoch in Aachen. Erst nach einiger Zeit begannen wir Witze zu machen. Ich rezitiere: “Eigentlich wollte ich nach Gotham, aber dann war ich in Aachen! Danke Deutsche Bahn!” Selbst die Polizisten, die zwei, oder drei mal an uns vorbei liefen fragten nicht und während eine Freundin von Danny ihren Vater anrief, machten irgendwelche Betrunkenen Werther an. “Hey, willst du mit uns einen Döner essen gehen?” Nein, wollte sie nicht! Es war immer noch kalt und wir waren immer noch müde. Dannys Freundin erreichte schließlich ihren Dad und der fuhr los, um uns abzuholen. Als er endlich da war, war es vier und wir quetschten uns zu siebt in ein Auto, das für fünf Personen konzepiert war, um eine Stunde auf der Autobahn zurückzufliegen… Endlich dort angelangt verabschiedeten My Dreyegg*, meine Languste, Danny, Werther und ich uns von den anderen und stiegen in Dannys Auto um. Erst um halb sieben waren wir schließlich bei ihr und fielen totmüde und durchgefrohren ins Bett.

Es war ein unendlich langer Tag mit einem schrecklichen Abenteuer und der Geburtsstunde ‘der Liste’, auf der alle Orte eingetragen wurden, die wir nie wieder besuchen würden.

#aberjetztsindwirinAachen

Liebe Grüße
Livia Alexa smiley